Luftmengen

Nicht zu wenig und nicht zu viel lautet die Devise bei der Luftmenge für eine Komfortlüftung.

 

Wird zu wenig Luft eingebracht, muss zusätzlich über das Fenster gelüftet werden. Zuviel Frischluft bedeutet einen höheren Strombedarf und kann im Hochwinter eine zu geringe Luftfeuchtigkeit zur Folge haben. Bei Anwesenheit werden ca. 36 m³/h Frischluft pro Person benötigt um 1.000 ppm CO2 einzuhalten. Beim Schlaf ca. 25 m³/h pro Person. Bei Abwesenheit reicht eine Luftmenge von ca. 0,5 m³/h pro m² Nutzfläche zur Abfuhr von Gerüchen und Schadstoffen.

 

 

Wesentlich ist die Unterscheidung der folgenden Stufen der Luftmengenanpassung:

  1. Luftmenge für die Dimensionierung der Anlage bzw. Luftleitungen (Auslegung für maximale Belegung)
  2. Anpassung der Luftmenge an die tatsächliche Belegung
  3. Anpassung der Luftmenge an den Bedarf, d.h. Abwesenehit, Anwesenheit, (Intensivstufe)

 

Für die Anpassung an den Bedarf sind drei Lüftungsstufen typisch. Sind gerade keine Personen anwesend, kann die Luftmenge auf die Abwesenheitsstufe (Stufe 1) reduziert werden. Im Normalbetrieb (Anwesenheitsstufe bzw. Stufe 2) wird die Luftmenge erhöht, da mehr Luftfeuchtigkeit durch Personen und durch Nutzung von Küche und Bad entsteht sowie Gerüche und Schadstoffe abgeführt werden müssen. Sind mehr Personen als üblich in der Wohnung oder wird gerade gekocht, kann die Intensivstufe (Stufe 3) genutzt werden.

 

Je besser die Luftmenge an den tatsächlichen Bedarf angepasst wird, umso geringer ist auch der Strombedarf. Denn dieser ändert sich mit der 3. Potenz. Halbe Luftmenge bedeutet daher nur ca. 1/8 Stromverbrauch. Eine Lüftungsanlage sollte daher nicht einfach in der Normalbetriebsstufe "durchlaufen". Bei sehr kalten Außentemperaturen ist eine Anpassung an den Bedarf auch aus dem Aspekt der Luftfeuchtigkeit notwendig.

 

Tabelle: Typische Lüftungsstufen

 

Empfohlene Mindestluftmengen
Für die Dimensionierung der Luftleitungen und Durchlässe (Ventile) werden laut den 60 Qualitätskriterien folgende Mindestluftmengen empfohlen: 

 

Tabelle: Empfohlene Mindestluftmengen

 

Die Luftmenge wird dann bei der Einregulierung auf die tatsächliche Personenbelegung angepasst. D.h. ist das Kinderzimmer für 2 Kinder nur mit einem Kind belegt, wird die Luftmenge entsprechend reduziert.

 

Für die einfache Dimensionierung der Luftmengen einer Wohnung und die notwendige Gerätegröße steht Ihnen die Dimensionierungsilfe "Luftmengen" zur Verfügung. 

 

Für zentrale Anlagen bzw. deren Sammelleitungen ergibt sich die Luftmenge aus den Betriebsvolumenströmen (Nennvolumenströmen) der einzelnen Wohnungen und den Gleichzeitigkeitsfaktoren der ÖNORM H 6038. Für die Intensivstufe wird normalerweise kein Zuschlag angesetzt.

 

Für die Optimierung der Luftmengen durch eine erweiterte Kaskadenlüftung (Wohnzimmer als Überströmbereich) steht ihnen ein Onlinetool der UNI Innsbruck unter http://phi-ibk.at/luftfuehrung/ zur Verfügung.  



Letzte Änderung: 01.12.2015

Die unabhängige Plattform zum Thema "Lüftung".