Luftleitungen

Die Luftleitungen sind einer der wesentlichsten Bestandteile einer Lüftungsanlage für einen hygienischen und leisen Betrieb. Durch die Integration der Luftleitung in die Bausubstanz ist ihre Lebensdauer dem des Gebäudes gleichzusetzen. Fehler können meist nicht bzw. nur mit sehr großem Aufwand beseitigt werden.

 

Das Luftleitungssystem besteht aus den Bereichen Außenluft-, Zuluft-, Abluft- und Fortluftleitungen. Es ist äußerst wichtig, hochwertige und gut geplante Luftleitungen zu haben.

 

Sternverrohrung oder Verrohrung mit Abzweigern

Bei den Zuluft- bzw. Abluftleitungen wird zwischen einer Sternverrohrung und einer Verrohrung mit Abzweigern unterschieden. Beide Systeme haben individuelle Vorteile. Die gewählte Verrohrung hängt vorwiegend vom Grundriss des Gebäudes und den Platzverhältnissen ab. Bei der Auswahl hilft die langjährige Erfahrung der PlanerInnen bzw. InstallateurInnen. Beide Systeme können auch kombiniert werden, z.B. die Aufteilung auf die einzelnen Stockwerke mit Abzweigern und die Verteilung im Stockwerk mit einem Unterverteiler im Sternsystem. Oder es wird die Zuluft als Sternverrohrung und die Abluft mit Abzweigern ausgeführt.

Sternverrohrung                                      Verrohrung mit Abzweigern

 

Vorteile Sternverrohrung

+ einfachere Reinigung
+ einfachere Einregulierung
+ geringere Rohrquerschnitte
+ einfachere Umwandlung eines Abluftraumes in einen Zuluftraum
+ Telefonieschalldämpfer kann meist entfallen

 

Vorteile Verrohrung mit Abzweigern

+ kurze Leitungslängen
+ meist geringere Kosten

 


Material von Luftleitungen

Welches Material bei den Luftleitungen verwendet wird, können Sie getrost Ihrem Installateur überlassen. Sowohl verzinkte Wickelfalzrohre, als auch Kunststoffrohre bzw. spezielle flexible Schläuche mit glatter Innenwand sind geeignet. Nicht reinigbare Aluflex- bzw. Kunstoffflexrohre sind jedoch tabu. Kunststoffrohre aus PVC sind zwar hygienisch unbedenklich, jedoch sollten sie aus der grundsätzlichen PVC-Vermeidungsstrategie nicht verwendet werden. Zudem verbieten einige Förderstellen die Verwendung von PVC. Wichtig ist, dass die Luftgeschwindigkeit in den Luftleitungen möglichst gering ist. Denn eine doppelte Luftgeschwindigkeit bedeutet einen vierfachen Druckverlust und Strombedarf. Auch aus Schallgründen soll die Luftgeschwindigkeit in den Hauptleitungen 2,5 m/s und in den Nebenleitungen 2,0 m/s nicht übersteigen. Luftleitungen müssen dicht sein, damit die Luft dort ankommt, wo dies geplant ist. Die Dichtheit erreicht man entweder durch Luftleitungen mit integrierter Dichtung oder mit speziellen Klebebändern (z.B. Kaltschrumpfband).

 

Dämmung von Luftleitungen

Luftleitungen im Keller oder Dachboden müssen gedämmt werden, um Wärmeverluste bzw. Kondensat zu verhindern. Die Zu- und Abluftleitungen sollen mit 6 cm und die Außenluft- bzw. Fortluftleitungen mit 3 cm gedämmt werden. Wichtig ist, dass der Dämmstoff bei der Fort- bzw. Außenluftleitung feuchtegeeignet ist (z.B. Armaflex, Kaiflex,..). Bei Zu- und Abluft reicht Mineralwolle. Zu beachten ist, dass die Wand- und Deckendurchbrüche entsprechend groß dimensioniert werden, damit auch in diesem Bereich die Dämmung durchgängig ist.

 

Wesentliche Punkte bei Luftleitungen

  • Leichte Reinigbarkeit – d.h starre, runde Luftleitungen mit wenig Umlenkungen bzw. spezielle Schläuche mit glatter Innenhaut
  • Geringe Luftgeschwindigkeiten – geringer Druckverlust (Hauptleitung maximal 2,5 m/s, Nebenleitung maximal 2,0 m/s)
  • Dichte Luftleitungen (Systeme mit Dichtung oder dauerhaftem Dichtband)
  • Kunststoffleitungen, die für die Lüftung freigegeben sind
  • Keine Luftleitungen aus PVC (PVC-Vermeidung bzw. Förderaussschluss in vielen Bundesländern)
  • Ausreichende bzw. geeignete Dämmung der Luftleitungen
  • Verhinderung von Schwingungen und Schallübertragungen (Befestigung)



Letzte Änderung: 27.05.2014

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