Luftleitungen

Auch bei einem Neubau stellt die Unterbringung der Luftleitungen eine wesentliche Planungsaufgabe dar. Hier gibt es verschiedene Lösungen, die im Folgenden aufgezeigt werden. Bei Neubauten sollten sich alle warmen Leitungen (Zuluft und Abluft) möglichst innerhalb der beheizten Gebäudehülle befinden und die kalten Luftleitungen (Außenluftansaugung bzw. die Fortluftleitung) möglichst außerhalb der beheizten Gebäudehülle ausgeführt werden. Zudem muss beachtet werden, dass warme Luftleitungen außerhalb der Gebäudehülle (z.B. im Keller) gedämmt sein müssen, damit die Wärme auch im Gerät ankommt bzw. die vorgewärmte Luft nicht unnötig abgekühlt wird. Kalte Luftleitungen im warmen Bereich (auch im Keller) müssen feuchteundurchlässig gedämmt werden (z.B. Armaflex, Kaiflex,..), um Kondensat zu vermeiden.

 

Im Neubau lassen sich die Luftleitungen auch in die tragende Konstruktion integrieren. Dies hat den Vorteil, dass die Luftleitungen keinen zusätzlichen Platz bzw. Bodenaufbau benötigen und später im Bauablauf auch nicht mehr beschädigt werden können.

 

Möglichkeiten der Integration von Luftleitungen innerhalb der Gebäudehülle:

 

Senkrechte Luftleitungen:

  1. Steigschacht
  2. Integration in die Wand

Waagrechte Luftleitungen:

  1. Integration in die Deckenkonstruktion
  2. Integration in den Fußbodenaufbau
  3. Abgehängte Decken

 

Integration von Luftleitungen in die Konstruktion

 

Für die Integration von Luftleitungen in eine Betondecke oder Betonwand kommen ausschließlich Kunststoffrohre (starr oder spezielle flexible Schläuche) in Frage. Für die anderen Luftführungen können sowohl Kunststoff, als auch Metallsysteme zum Einsatz kommen. Damit die Luft nicht unterwegs verloren geht, sind dichte Luftleitungen notwendig. Empfohlen werden daher Luftleitungen mit Dichtungssystemen. Sie garantieren dauerhafte Dichtheit und Hygiene und sind Systemen mit Klebebändern vorzuziehen.

 

Bei der Integration von Luftleitungen in die tragende Konstruktion sollte jedem klar sein, dass die Luftleitungen immer so ausgeführt sein müssen, dass sie die Lebensdauer der Konstruktion bzw. des Gebäudes erreichen. D.h. sie müssen reinigbar sein und auch in 50 Jahren noch die Ansprüche an einen geringen Druckverlust und damit einen effizienten Betrieb der Anlage erfüllen. Die Luftleitungen sollten daher eher großzügig dimensioniert werden, obwohl dies einen Widerspruch zu den beengten Platzverhältnissen in der Konstruktionsebene darstellt. Kleinere Leitungsquerschnitte müssen durch eine größere Anzahl von Luftleitungen bzw. Luftdurchlässen ausgeglichen werden. Schalldämpfer bzw. Teile, die möglicherweise einmal ausgetauscht werden müssen (z.B. Volumenstromregler), dürfen nicht in die Konstruktion eingebunden werden.

 

Bei einer frühzeitigen Abstimmung des Lüftungskonzeptes mit dem Statiker (integrale Planung) ist auch bei einer Integration der Luftleitungen in die Konstruktion normalerweise keine Erhöhung der Wand- bzw. Deckenstärke notwendig.

 

 

Starre Luftleitungen in der Betondecke (Quelle: Poloplast zw. SM-Heag)

 

Flexible Luftleitungen in der Betondecke (Quelle: Nilan)

 

Flexible Luftleitungen in der Betonwand

 

 

Systemanbieter mit Steigstrang und Verteilung in der Betondecke (Quelle Fa.Schiedel)

 

 

 

Luftleitung in der Holz-Ständer-Fassadenkonstruktion, die dann z.B. mit Zellulose ausgeblasen wird

 

 

Starre Luftleitungen im Bodenaufbau (Quelle Poloplast)

 

 

Flexible Luftleitungen im Fußbodenaufbau

 

 

Luftleitungen im später abgehängten Deckenbereich (Sanierung)

 



Letzte Änderung: 27.05.2014

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