Schimmelpilze

In Innenräumen findet man immer Pilzsporen, die sich als mikroskopisch kleine Schwebeteilchen in der Raumluft befinden. Bei den allergischen Erkrankungen des Menschen sind Schimmelpilze zu etwa einem Drittel beteiligt. Eine Komfortlüftung filtert die aus dem Außenbereich eintretenden Sporen nahezu zur Gänze aus. Voraussetzung dafür sind geeignete Filterqualitäten.

 

Alle in der Innenraumluft vorhandenen Pilzsporen stammen in der Regel aus der Außenluft. Die Konzentration ist weitgehend von den örtlichen Gegebenheiten (bautechnische Situation, Nutzerverhalten, Lüftungssituation usw.) abhängig und wird zusätzlich durch die Außenluftbedingungen (Jahreszeit) mitbestimmt. Ähnlich wie Staub können Pilzsporen sich auf den Oberflächen von Böden, Wänden und Einrichtungsgegenständen absetzen.

 

Abbildung: Schimmelbefall ist häufig auf unzureichende Lüftung zurückzuführen

Gesundheitliche Auswirkungen
Von Schimmelpilzen freigesetzte Sporen gehören zu den wichtigsten Innenraumallergenen. Sie sind zu etwa einem Drittel an den allergischen Erkrankungen des Menschen beteiligt. Eine merkbare Differenz zwischen Innen- und Außenluftkonzentration an Schimmelpilzsporen kann einen Hinweis auf eine Schimmelpilzbelastung der Innenraumluft darstellen. In diesem Fall besteht die Gefahr, dass allergische Symptome ausgelöst werden. Eine erhöhte Sporenbelastung bedeutet aber auch für Nicht-Allergiker das Risiko einer möglichen Gesundheitsschädigung. Darüber hinaus sind auch toxische und Reiz-Wirkungen in Betracht zu ziehen. Ein zusätzliches Infektionsrisiko durch bestimmte Pilze betrifft im Allgemeinen nur Personen mit einer Schwächung des Immunsystems.

In der Praxis findet man erhöhte Schimmelpilzkonzentrationen, die aus Innenräumen stammen vor allem bei folgenden Risikosituationen (oft als Kombination mehrerer Faktoren):

  • Es existieren sogenannte Wärmebrücken an den Außenwänden, wodurch die Wandtemperatur bei kalten Außentemperaturen den Taupunkt unterschreitet . Dies führt dazu, dass sich Luftfeuchtigkeit aus der Raumluft an den Außenwänden niederschlägt. Besondere Gefahr besteht bei innen angebrachten Wärmedämmungen oder Vorsatzschalen. Schimmel wächst in Wandnähe schon bei Luftfeuchten um die 80 %.
  • In den Räumen wird durch Pflanzen, Aquarien, das Aufhängen von Wäsche, aber auch durch Atmung und Transpiration Feuchtigkeit produziert, die infolge einer unzureichenden Lüftung nicht abgeführt wird.
  • Die Räume werden zu wenig beheizt und zu wenig belüftet.
  • Möbelstücke oder andere Einrichtungsgegenstände stehen dicht an Außenwänden und behindern die freie Anstömbarkeit der Wandoberfläche.
  • Vom Boden oder über erdberührte Wände wird Feuchtigkeit aus dem Erdreich durch die Kapillarwirkung des Baumaterials nach oben geleitet (aufsteigende Feuchte).
  • Es dringt Grund- oder Hangwasser in den Mauerbereich ein.
  • Es besteht ein Wasserschaden (undichte wasserführende Leitungen, Haarrisse, schadhafte Dachrinnen).

 

Schimmel betrifft über 12% der ÖsterreicherInnen

 



Letzte Änderung: 28.04.2017

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