Luftdichte

Um Bauschäden und Lüftungsverluste durch Fugen oder Ritzen zu vermeiden, muss bei allen Gebäuden auf eine luftdichte Gebäudehülle geachtet werden. Unter Luftdichtheit versteht man die Unterbindung eines unkontrollierten Luftaustausches zwischen Raum- und Außenluft.

 

Eine luftdichte Gebäudehülle wird von erfahrenen PlanerInnen konzipiert. Luftdichtheitsebenen sind durchgehend ohne Unterbrechung auf der „warmen Seite“ anzubringen (Innenputz, Folien, Holzwerkstoffplatten usw.) und erfüllen meist auch die Funktion der Dampfbremse. Luftdichtheit dient primär der Bauschadensvermeidung und erst in zweiter Linie der Effizienzsteigerung einer Lüftungsanlage. Kritische Stellen sind insbesondere Fenster- und Türanschlüsse, Materialübergänge und Bauteilanschlüsse (z.B. von Wand auf Dach) sowie Leitungsführungen durch die Gebäudehülle.


Luftdichtheitstest

Die Überprüfung der Ausführung erfolgt durch einen Luftdichtheitstest (Blower-Door-Test) vorzugsweise bereits vor Beginn des Innenausbaus, um eventuelle Mängel noch beheben zu können. Laut OIB Richtlinie 6, die in den meisten Bundesländern gesetzlich verbindlich ist, dürfen Gebäude mit einer Lüftungsanlage beim Luftdichtheitstest maximal einen 1,5fachen* Luftwechsel  aufweisen. In vielen Förderungen ist der Wert von 1,0 gefordert. Werte unter 0,6 - wie sie bei Passivhäusern gefordert werden - lassen sich bei sorgfältiger Planung und Ausführung leicht erreichen. Sehr gute Objekte erreichen Werte unter 0,3.

 

Abbildung: Luftdichtheitstest (Quelle: AIT)

 

Kein Widerspruch

Für viele bedeutet luftdichtes Bauen und als Konsequenz daraus, mehr aktiv lüften zu müssen, einen Widerspruch. Aber selbst wenn extrem undicht gebaut wurde, ist eine Lüftung durch Fugen und Ritzen grundsätzlich nicht möglich. Zudem ist der Luftaustausch durch Fugen und Ritzen vom Wind abhängig, führt zu Bauschäden und verursacht hohe Energieverluste. Viele Schimmelbelastungen kommen auch durch Sporen aus dem Bauteilinneren, da an den feuchten Fugen und Bauteilen unbemerkt Schimmel entsteht und bei Wind in das Gebäude getragen wird. Zudem verwechseln viele "luftdicht" mit "dampfdicht". Ein Gebäude kann sehr luftdicht ausgeführt sein, aber dennoch nur einen geringen Widerstand bei der Dampfdiffusion aufweisen. Luftdichtheit ist ein Qualitätsmerkmal für hochwertige und energieeffiziente Gebäude.

 

*Ein 1,5facher Luftwechsel bedeutet, dass beim Luftdichtheitstest das Nettovolumen des Gebäudes mit 50 Pa Druckdifferenz 1,5 mal pro Stunde ausgetauscht wird.



Letzte Änderung: 27.05.2014

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